Rückblick: Webinar Palo und Pentaho

Freitag, 25. Juni 2010, 13:35 Uhr

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Ein neues Kapitel bei den gemeinsamen Webinaren von OSBI-Anbietern. Dieses mal präsentierten Palo und Pentaho miteinander und zeigten auch wirklich einmal die konkrete Zusammenarbeit zwischen den beiden Programmen aus dem Open-Source-Lager.

Bericht eines Partners

Den Einstieg machte dieses Mal mit Aschauer EDV ein österreichisches Unternehmen, das sich auf die Integration von Open-Source-Produkten u.a. im BI-Bereich spezialisiert hat. Wie der Geschäftsführer berichtete, wurden in einer Evaluierung mit der Stadt Wien wurden Pentaho und Palo miteinander verheiratet. Dabei wurde auch ganz offensichtlich, in welchen Bereichen welche Alternative besser ist und wo sich die Frage gar nicht stellt (siehe Grafik).

SPOT steht übrigens für „Single Point Of Truth“ und meint dabei das Data Warehouse. Irgendwie war mir diese Abkürzung neu. Die Grafik zeigt, dass in den Bereich Datenintegration/ETL-Prozess, OLAP-Server und Webfrontend beide Programme eingesetzt werden können, mehr oder weniger „Geschmacksache“. Im Bereich Reporting, AdHoc-Analysen und Dashboarding hat Pentaho sei Pentaho die bessere Wahl während Palo seine Stärken im Bereich der Pivot-Tabellen, der Planung und der Integration in Excel oder Open Office Calc hat. Planung und Integration in eine Tabellenkalkulation kann Pentaho nicht bieten.

Insgesamt fand ich die Hinzunahme eines Partners sowohl von Palo als auch von Pentaho sehr gut weil ein paar wirkliche Details aus dem Tagesgeschäft einflossen und das Webinar etwas mehr Praxisbezug bekam.

Palo

Anschließend wie immer Werbeblock zunächst für Palo und die Firma Jedox dahinter. Schnell ging es dann aber auch wieder in die Online-Demo, in der die Arbeit mit dem Palo Excel-Plugin gezeigt wurde und wie sich damit sehr schnell und einfach Datenwürfel analysieren und mit den Funktionen von Excel in Form diverser Diagramme visualisieren lassen. Interessant in diesem Zusammenhang ist ja auch, dass das Palo zwangsläufig mit jeder neuen Excel-Version – jetzt: Excel 2010 – mächtiger wird.

Der zweite Teil der Demo zeigte dann schön die Einbindung von Palo auch in die Weboberfläche von Palo. Als Palo Web wurden parametrisierte Pentaho-Reports aufgerufen und auch umgekehrt konnte man aus der Pentaho BI Suite nach Palo springen, da beide Programme im Hintergrund auf denselben Single-Sign-On-Mechanismus setzten. Pentaho Auch Pentaho informierte zunächst über die erst 2004 (und damit nach Jedox) gegründeten Firma, die vor allem in den USA aktiv ist. Trotzdem ist auch der Kundenstamm von 2 Kunden vor 18 Monaten bis heute sehr stark gewachsen. Sehr große und datenintensive Installation in den USA zeigen, dass Open Source Business Intelligence funktioniert und mittlerweile bestätigen dies ja auch Analysten von Gartner & Co.

Bei der Demo bekam man die sehr schöne Weboberfläche (übrigens flexibel anpassbar an das eigenen Corporate Design) von Pentaho zu Gesicht und es ging auch hier schnell um die Zusammenarbeit mit Palo. Es wurde noch einmal betont, dass Pentaho keine Planung kann und hierfür auf Palo zurückgreifen kann. Auf der anderen Seiten lässt die Verteilung von Reports durch die Pentaho BI Suite von Palo nutzen. Optisch noch nicht überzeugen konnten mich die Pentaho-Dashboards, sah noch etwas altbacken aus. Aber vielleicht steht ja auch hier demnächst eine Schönheitskur an. Auch die Performance war nicht sonderlich schnell und ich glaube jetzt einfach mal Pentaho, dass dies an der Anbindung nach Orlando lag, wo die Demo zentral gehostet wird. Im Produktivbetrieb könnte das sonst schnell zum Problem werden. Als letzter Punkt zu Pentaho stellt wiederum die Aschauer EDV das Datenintegration Kettle innerhalb von Pentaho vor. Ich habe ja schon ein wenig Erfahrung mit Talend Open Studio sammeln können, wahrscheinlich DER Konkurrent. Auch Kettle bietet sehr viele Komponenten und Konnektoren (auch zu SAP und Palo) und eine grafische Modellierung. Bei der Ausführung des ETL-Jobs innerhalb von Kettle ist der Fortschritt jeder einzelnen Komponente sehr schön ersichtlich. Für den Produktivbetrieb muss der ETL-Prozess innerhalb eines Sheduling-Servers eingerichtet werden. Auch interessant war, dass nach Abschluss des Datenintegrations-Jobs direkt aus Kettle heraus in die AdHoc-Analyse des neu befüllten Datenwürfels gesprungen werden konnte. Dabei wir im Hintergrund automatisch ein generisches Datenmodell erzeugt, das dann mit der OLAP-Analyse abgefragt wird. Fragen Knapp 10 Minuten blieben schließlich noch für Fragen:

  • Sind die Planzahlen aus Palo unmittelbar in Pentaho einsehbar? – Palo plant natürlich immer erst in den eigenen Jobs. Aber aus Pentaho heraus lassen sich die Palo-Datenwürfel ebenso abfragen wie innerhalb der Datenintegration falls man hier auf Kettle setzen sollte.
  • Wie werden Pentaho und Palo miteinander verknüpft? – Zunächst einmal müssen natürlich beide Systeme laufen, was im schlimmsten Fall bedeutet, dass mit Mondrian und Palo auch zwei OLAP-Server parallel Ressourcen verbrauchen. Allerdings lassen sich beide Programme innerhalb eines Tomcat betreiben und im Produktivbetrieb würden auch alle nicht benötigten Komponenten entfernt, um die bestmögliche Performance zu gewährleisten.
  • Lassen sich Reports aus Excel direkt auf dem Server publishen? – Ja, das Tool Excel to Web übernimmt die Umwandlung. In der kommenden Palo-Version, die im Oktober erscheinen wird, soll dann auch der umgekehrte Weg – als von Palo Web nach Excel – möglich sein.
  • Welches Tool wurde in Pentaho für die Guided AdHoc-Analysen verwendet? – Es handelt sich dabei um das OpenDashboard Framework (ebenfalls Open Source), das sowohl in der kostenlosen Community- als auch in der kommerziellen Enterprise-Version enthalten ist. Dafür stehen auch viele leicht anpassbare Templates zur Verfügung.

Fazit Speziell die Hinzunahme eines Partners, der aus der Praxis berichten konnte, hob dieses Szenario ein wenig von anderen Webinaren ab. Außerdem wurde endlich auch wirklich gezeigt wie zwei unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammenarbeiten, schließlich ist es auch eine der Stärken von Open-Source-Software, auf einfach Weise Schnittstellen und Integrationsmöglichen für andere (nihct zwangsläufig Open-Source-)Software zu schaffen. Heute wurde das ganze endlich auch mal praktisch ersichtlich, während es vor Kurzem im Webinar von Jaspersoft und Palo nur rein theoretischer Natur blieb. Hat sich also gelohnt und da verzeiht man es dann schon, dass der Ton heute irgendwie nicht so wollte – so kurz vor dem Wochenende 😉

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