Rückblick: Webinar Talend & Jaspersoft

Dienstag, 22. Juni 2010, 13:34 Uhr

2 Kommentare

Heute morgen fand ein gemeinsames Webinar der OSBI-Anbieter Talend und Jaspersoft statt. Talend Open Studio ist ja unter der Bezeichnung JasperETL Bestandteil der Jaspersoft Business Intelligence Suite. Das Motto „Sind Sie einen Schritt voraus – mit der nächsten Generation von Open Source BI“ war vielleicht etwas übertrieben. Denn so viel Neues und Spektakuläres wusste das Webinar nicht zu berichten.

Einsteiger konnten mit diesem Webinar sicherlich einen guten Einblick die Datenintegrationssoftware von Talend und die BI-Suite von Jaspersoft erhalten, der Titel „Sind Sie einen Schritt voraus – mit der nächsten Generation von Open Source BI“ versprach aber mehr. Leider gab es weder neue Releases oder Funktionen zu betrachten, noch was das Zusammenspiel von Talend und Jaspersoft spektakulär.

Datenintegration mit Talend

Wie jedes Webinar begannen die Protagonisten wieder mit ihren Selbstporträts. Talend stellte anschließend ihr Datenintegrations-Tool anhand eines kleines Szenario fest, bei dem 10000 Kunden eingelesen und mit einer Postleitzahlendatei verknüpft wurden. Dabei wurde dann auf das Thema Datenqualität eingegangen, da sich einige fehlerhafte Datensätze nicht verknüpfen ließen und diese deshalb in einer Fehlerdatei ausgegeben wurden. Das Thema Datenqualität ist sehr aktuell und so zeigte das Beispiel anschaulich wie einfach und schnell sich solche Aufgaben mit Talend umsetzen lassen.

Dass Talend auch für anspruchsvolle Szenarien brauchbar ist, bewies der Hinweis auf einen neuen Kunden aus der Automobilbranche mit Sitz in Zuffenhausen – das ist dann wohl die 100-Euro-Frage wer das wohl sein könnte 😉


Dashboarding und AdHoc-Reporting mit Jaspersoft

Anschließend ging es in die Business Intelligence Suite von Jaspersoft, wo ein Dashboard mit diversen Analyse- und Filterfunktionen gezeigt wurde. Danach ging es an die Erstellung von AdHoc-Reports und an den Nachbau des gesehen Dashboards. Ich bin immer wieder sehr angetan wie schnell und einfach sich auch mit Jaspersoft Reports und Dashboard bauen lassen. Sicherlich gehören die viele Möglichkeiten und das pixelgenaue Reporting zu den großen Stärken Jaspersofts, womit es die Software definitiv auch mit jeglicher kommerzieller Kokurrenz aufnehmen kann. In die Dashboards lassen sich auch Drittanwendungen wie etwas Google Maps integrieren und die Dashboards selber lassen sich wiederum in Seiten im Inter- oder Intranet einbinden.


Fragerunde

Zumindest einmal 5 Minuten blieben noch für die obligatorische Fragerunde:

  • Welche Unterschiede gibt es zwischen JasperETL und Talend? – JasperETL ist mehr oder weniger das quelloffene Talend Open Studio. Darüber hinaus bietet die Firma Talend noch kommerzielle Varianten für große Datenmengen oder hohe Performance-Anforderungen. Features dieses speziellen Versionen sind in JasperETL nicht enthalten, sondern müssten bei Bedarf direkt über Talend bezogen werden.
  • Wie sich es bei Jaspersoft im Bereich Portalintegration aus? – Jaspersoft unterstützt den Portalstandard JSR-168 und lässt sich somit beispielsweise auch in die Open Source Portal- und Kollaborationssoftware LifeRay integrieren. Darüber hinaus ist auch die einfache Integration von Jaspersoft-Dashboards in externe Internetseiten möglich, wie bereits oben beschrieben.
  • Welche Schulungsmöglichkeiten bietet Talend? – Neben individuellen Inhouse-Schulung bietet Talend auch 1 mal im Monat eine Schulung am Unternehmensstandort in Nürnberg an. Die Termine können dem Schulungskalender entnommen werden.
  • Lassen sich bei Jaspersoft mehrere Datenquellen in einem Bericht kombinieren? – Ja, das ist möglich.


Fazit

Wie schon angedeutet eher ein Einsteiger-Seminar mit weniger Informationen für ambitionierte Anwender. Aber Letztere sind ja i.d.R. auch nicht die Zielgruppe solcher Webinare.

Zum Thema Open Source muss man leider sagen, dass beide Anbieter die Funktionen anhand ihrer kommerziellen Produkte zeigten. Insbesondere die Features wie das AdHoc-Reporting und Dashboard-Design bei Jaspersoft sind nur in den kommerziellen Versionen enthalten und damit entgegen der Ankündigung im Titel nicht „Open Source“. Natürlich bin ich mir der Problematik der Anbieter bewusst, die schließlich nur dann Geld verdienen, wenn ein Kunde kommerzielle Lizenzen kaufen. Trotzdem würde ich ein wenig mehr Transparenz begrüßen indem von Anfang an klar zwischen Features der Community- und der kommerziellen Version getrennt wird. Somit könnte man sich nämlich eine Frage sparen, die bisher in jedem Webinar gestellt wurde: Und was davon ist jetzt in der Community-Version enthalten.

Eine Aufzeichnung des Webinars soll in Kürze bei Talend und Jaspersoft als Download verfügbar sein.

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Kommentare zu diesem Beitrag

  1. martin sagt:

    Wenn mich nicht alles täuscht, gibt es Webinar die den Unterschied zwischen Community und Subscription aufzeigen?
    Die Frage „Wo ist den nun der Unterschied zwischen Subscription und Community?“ hätte man in dem Webinar ziemlich einfach beantworten können:
    1. Das von Talend gezeigte Beispiel lässt sich 1:1 mit TOS umsetzen!
    2. Sämtliche verwendete Komponenten sind auch in der Community-Variante enthalten!
    3. Nach meinem Geschmack bietet TOS zu viel Funktionalität.
    4. Denke ich an meine Vergangenheit zurück, so würde ich mir mit TOS komplett neue Kunden erschließen bzw. Projekte durchführen die Vorher nicht denkbar waren (preislich)
    5. persönliches Fazit: „Jeder der TOS nicht einsetzt ist blöd!“

    martin

  2. Christian Kolodziej sagt:

    Danke, Martin, für die Anmerkungen. Ich glaube das Webinar, das du meinst, trägt den Titel „Unterschiede und Vorteile der Talend Integration Suite“ und findet sich auch im Download-Bereich der Talend-Internetseite unter http://de.talend.com/webinar/archive/index.php.

    Dabei habe ich festgestellt, dass der Internetauftritt von Talend jetzt neu gestaltet wurde. Leider wurde hier meiner Meinung nach eher verschlimmbessert, denn die Begrenzung der Breite auf 800 Pixel reduziert den zur Verfügung stehenden Platz natürlich erheblich. Und das wo doch kaum jemand mehr mit einer 800er-Auflösung unterwegs ist. 200 Pixel und damit 25 % mehr in der Breite wären hier die deutlich bessere Wahl gewesen und dann sähe der Inhalt auch nicht so gequetscht aus. Naja, aber es soll ja in erster Linie um den Inhalt gehen, und der ist scheinbar gleich (gut) geblieben.

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