Palo GPU auf der Nvidia GPU Tech Conference

Dienstag, 21. September 2010, 09:04 Uhr

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Nicht ganz neu ist die Arbeit des Freiburger Commercial-Open-Source-Anbieters Jedox an der GPU-Unterstützung für den OLAP-Server Palo. Mit Hilfe der GPUs als Co-Prozessoren können Aggregationen noch schneller durchgeführt werden, da sich viele kleine Prozessorkerne die Berechnungen teilen. Auf der Nvidia GPU Tech Conference im amerikanischen San Jose berichten Mitarbeiter dieses Projekts nun über die Erfahrungen.

Der Open-Source-OLAP-Server Palo der Jedox AG setzt seit Anfang an auf die sog. In-Memory-Technologie, d.h. die Daten werden komplett im Arbeitsspeicher gehalten, was eine hohe Zugriffsgeschwindigkeit und demnach schnelle Abfragezeiten ermöglicht. Auf Daten im Hauptspeicher lässt sich in etwa 1000 Mal schnelle zugreifen als auf Daten, die auf der Festplatte gespeichert sind. Über diesen aufgrund steigender Datenmengen bei gleichzeitig steigenden Performance-Anforderungen nötigen Aufstieg in der Speicherhierarchie wusste auch schon Carsten Bange, Geschäftsführer des BARC-Instituts, auf der TDWI-Konferenz 2010 in München im Juni diesen Jahres zu berichten.

Aber schnell ist ja bekanntlich oft nicht schnell genug und so wird immer wieder an Optimierungen und technischen Innovationen geforscht. So auch seit einiger Zeit bei der Jedox AG in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg. Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt werden anstatt der CPUs Grafikkarten für die Berechnungen des OLAP-Servers Palo eingesetzt. Bei den Grafikkarten handelt es sich nicht um herkömmliche „Spiele“-Grafikkarten, sondern um spezielle Nvidia-Modelle wie etwa Grafikkarten des Typs Tesla. Jede dieser Grafikkarten ist mit vielen kleinen Grafikprozessoren (beispielsweise 240 bei der Nvidia Tesla C1060) ausgestattet, die an Stelle der CPU die Berechnungen hoch parallelisiert durchführen. Die CPU fungiert dann nur noch als „Manager“, der die eingehenden Anfragen an die zur Verfügung stehenden GPUs verteilt und schließlich die Teilergebnisse wieder zusammenfasst. Mit Hilfe dieser Technik sind noch einmal erhebliche Performance-Verbesserungen möglich, wie Jedox-Geschäftsführer Kristian Raue in seinem Blog berichtet.

Die GPU-Unterstützung befindet sich aktuell mit ausgewählten Kunden im Testbetrieb und soll im nächsten Release mit dem geplanten Erscheinungsdatum Oktober 2010 regulär veröffentlicht werden (nur in der kommerziellen Version). Auf der Nvidia GPU Tech Conference im amerikanischen San Jose berichtet Jedox allerdings schon am 22. September über die Entwicklung und auch auf der Palo Open 2010 am 30. September und 1. Oktober wird dies ein Thema sein. Schon interessant was eine doch noch eher kleine Softwareschmiede aus dem Commercial-Open-Source-Bereich zu leisten im Stande ist und ich denke, dass die GPU-Unterstützung uns in Zukunft noch öfter begegnen wird.

Ein Kapitel im bald erscheinenden Buch Open Source Business Intelligence (OSBI) – Chancen, Möglichkeiten und Risiken quelloffener BI-Lösungen beschäftigt sich im Übrigen auch einzig und allein mit diesem Thema. Mehr Informationen dazu unter www.osbi-buch.de.

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