Legale Lizenzkostenumgehung mit Talend

Montag, 04. Oktober 2010, 13:21 Uhr

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Lizenzkostenumgehung. Pfui, das klingt doch schon irgendwie unanständig. Dass es das aber nicht sein muss zeigte Talend kürzlich in einem kurzen Webinar. Eigentlich ist es nichts wirklich Neues, nur verpackt Talend damit bereits vorhandene Vorteile der eigenen Produkte gegenüber der Konkurrenz nur neu unter auffallenden Begriff der „Lizenzkostenumgehung“.

Um die Aussage des Webinars mit einem Satz zusammenzufassen geht es schlicht und ergreifend um die Tatsache, dass Talend nach Anzahl Entwicklern lizenziert während andere Anbieter die Anzahl der Prozessoren, die zu verarbeitetende Datenmenge oder auch die Zahl der beteiligten Server als Basis für die Berechnung der Lizenzkosten verwendet. Beim Einsatz von Talend-Software kann also hardwareseitig beliebig skaliert werden, um beispielsweise mit steigenden Datenmengen fertig zu werden, ohne dass sich die Lizenzgebühren ändern. Keine unbedeutende Sicherheit wenn man mal bedenkt, dass sich das Moorsche Gesetz – nach Moore verdoppelt sich die Anzahl der Transistoren auf einer CPU alle 12 bis 18 Monate – auch für die Datenmenge bewahrheitet. Auch letztere „verdoppelt sich alle 12 bis 18 Monate“ (Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Seite 351). Damit wäre ja zumindest schon einmal die „Lizenzkostenerhaltung“ gewährleistet. Aber was hat es jetzt mit der legalen Umgehung der Lizenzkosten auf sich?

Hier kommen die Vorsysteme wie beispielsweise SAP ins Spiel, um ein Bild aus dem Webinar verwenden zu können. Zur Anbindung von SAP ist oftmals ein Entsprechender Konnektor nötig – wie realistisch die Kosten sind kann ich nicht beurteilen – außerdem fällt zusätzlich eventuell noch die so betitelte „Datensteuer“ an, weil nun viel mehr Daten durch das Repository geschleust werden müssen. Warum dafür nicht Talend benutzen, das auch einen entsprechenden Konnektor besitzt?

Ist Talend bereits im Unternehmen in einer kommerziellen Lizenz vorhanden, fallen abgesehen vom Implementierungsaufwand keine zusätzlichen Kosten an, ansonsten benötigt es eben diese kommerzielle Lizenz für mindestens einen Entwickler. Damit lassen sich zusätzliche Lizenzkosten umgehen wie die folgende Grafik zeigt:

Nichts „Böses“ also, sondern die einfache und legale Möglichkeit althergebrachte Strukturen zu umgehen. Zu beachten ist, dass an dieser Stelle von der kommerziellen Variante die Rede ist, da nur diese auch den SAP-Konnektor enthält. Eine Vielzahl anderer Vorsysteme lässt sich aber auch schon mit dem Talend Open Studio anbinden.

Außerdem wurde auch noch einmal das flexible Lizenzmodell auf Basis der Entwickleranzahl erwähnt. Eine Lizenz ist in jedem Fall nötig, um die Features der (kommerziellen) Talend Integration Suite nutzen zu können. Gerade während der Entwicklungszeit werden oft mehrere Entwickler an einem Datenintegrations-Projekt mit Talend beteiligt sein, die im Betrieb nicht mehr benötigt werden. Macht auch nichts, denn die Anzahl der Entwickler kann monatlich den eigenen Anforderungen angepasst werden was auch die entsprechenden (positiven) Auswirkungen auf die Lizenzkosten hat. Mit diesem flexiblen Modell trägt Talend gewissermaßen auch dem Cloud-Computing-Trend Rechnung. Denn gerade dort sindFlexibilität und nutzungsabhängige Kosten die großen Vorteile und verantwortlich für die steigende Verbreitung von SaaS (Software as a Service), PaaS (Platform as a Service) und IaaS (Infrastructure as a Service).

Fragerunde

Wie immer blieb auch noch die Zeit für interessante Fragen. Eine davon beschäftigte sich mit den generellen Wettbewerbsvorteilen von Open-Source-Software neben den Kosten. Tatsächlich ist es so, dass Open Source oftmals nur auf den Kostenaspekt reduziert wird, die „Geiz ist geil“-Mentalität lässt grüßen. Für Talend wurde die sehr gute (und in der Integration Suite sogar automatische) Dokumentation angesprochen. Außerdem gibt es eine vollständige einheitliche Plattform für Datenintegration, Datenqualitäts- und Metadatenmanagement. Außerdem muss keiner die Katze im Sack kaufen – GPLv2 = Try before you buy – wenn jemandem etwas an der Software nicht passt, lässt sich dies dank der verfügbaren Quellcodes ja auch leicht selber ändern. Welche „geschlossene“ Software bietet das?!

Nicht weniger interessant die Frage, wie sich Talend parallel zu anderen Datenintegrationsherstellern einsetzen lässt. Talend stellte klar, nicht den Anspruch zu haben Informatica & Co. komplett zu ersetzen. Schließlich sind schon große Investitionen in diese Systeme geflossen und warum sollten diese dann ersetzt werden? Never change a running system… Aber warum nicht für neue Projekte Talend einsetzen? Das Zusammenspiel mit der bisherigen Infrastruktur stellt kein Hindernis dar und gerade eben wurd ja auch daraus eingegangen wie sich mit Talend Lizenzkosten sparen lassen. Es könnte deshalb durchaus eine Überlegung wert sein Talend um das bestehende System herum zu bauen und aus so meiner kleinen System hat sich über die Zeit auch schon etwas Größeres entwickelt.

Es wurde auch angekündigt, dass das Webinar „Legale Lizenkostenumgehung“ vom 23.09.2010 als Augzeichnung on demand zur Verfügung stehen wird. Bisher ist dies noch nicht der Fall, aber was nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden…

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