Rückblick auf die Palo Open 2010

Montag, 18. Oktober 2010, 23:12 Uhr

Noch keine Kommentare

Schon wieder sind 2 Wochen seit der Palo Open 2010 in Offenbach vergangen. Getreu dem Motto „Lieber spät, als nie“ möchte ich kurz zusammenfassen, was ich vom 1. Tag der zweitägigen Veranstaltung so mitgenommen habe. Highlight war für mich in jedem Fall der Vortrag von Mark Madsen und Jos van Dongen.

Vielleicht zuerst etwas zu den Rahmenbedingungen. Die Palo Open 2010 fand im Sheraton Offenbach statt und ließ sich per S-Bahn in einer knappen Viertel Stunde vom Hauptbahnhof Frankfurt am Main erreichen. Der Tagungssaal war in orangenes und blaues Licht getaucht (siehe Bild, mehr Bilder gibt es hier) – jene Farben, die auch die Internetseite der Jedox AG zieren. Am Catering in den Pausen und zu Mittag gibt es nichts anzusetzen und sogar Übersetzer von Deutsch nach Englisch und von Englisch nach Deutsch waren vorhanden. Ein guter Rahmen war also gegeben und wer will, kann sich auf ein paar Bildern davon auch noch überzeugen.


Keynote

Die Keynote von Jedox-CEO Kristian Raue beschäftigte sich im Wesentlichen mit dem BI Survey 9 und der Rolle, die das „kleine“ Palo darin spielt. So konnte Palo in den Kategorien „Median Query Time“, „Rollout Times“ und „Median Data Latency“ jeweils den 1. Platz erreichen. Als Lösung für das Performance-Problem – in diesem Jahr erstsmal mit 16 % nur noch zweigrößtes Problem hinter der Datenqualität – machte er auf die entwickelte GPU-Unterstützung vor, die Jedox vor Kurzem auf der Nvidia GPU Technology Conferency präsentierte und die in der nächsten Palo-Version 3.2 in der kommerziellen Variante zur Verfügung stehen wird. Mit der GPU-Unterstützung sind deutlich schnellere Analysen möglich weil sich die Anfragen massive parallelisieren lassen. Sicherlich eines der Hightlights der neue Version, um die die es in der zweiten Präsentation ging.


Palo 3.2

Für den 31. Oktober 2010 ist das Release der nächsten Palo-Version 3.2. Mit der GPU-Variante wurde ja bereits ein Highlight angesprochen, darüber hinaus sollen aber auch die Frontends performanter und vor allem auch einfacher benutzbar sein, Stickwort „Ease of Use“. Beeindruckend war auch wie die Grenze zwischen Excel und Palo Web quasi komplett verschwindet. Auf Knopfdruck wird eines Excel-Datei, die Palo-Analysen enthalten, mit dem Webfrontend zu synchronisieren. Darüber hinaus ist auch geplant Palo über ODBO- und XMLA-Schnittstellen für andere alternative Frontends zu öffnen.

Die Roadmap von Palo sieht für das Jahr 2011 zwei Service Releases vor, Mitte 2011 soll der sog. „Palo Planner“ (eine Palo-Anwendendungs zur Konzernkonsolidierung in Zusammenarbeit mit Pricewaterhouse Coopers) erscheinen und Palo 3.3 ist dann für 2012 geplant. Auch soll 2011 besonders auf die Wünsche und Anregungen von Kunden eingegangen werden.


Vortrag von Jos van Dongen und Mark Madsen

Nach der Kaffeepause folgte mit dem Vortrag von Jos van Dongen und Mark Madsen zumindest mein persönliches Highlight für diesen Tag. Beide sind ja unverkennbare Verfechter von Open Source Business Intelligence und ich konnte sie ja schon im Juni auf der TDWI-Konferenz in München anhören. Gewohnt kurzweilig und in einer Lockerheit, von der sich viele Präsentatoren eine Scheibe abschneiden können. Ach ja, und die Bilder sind einfach immer nur welrklasse, beispielsweise der brave pinguin.

Nachdem sie die Entwicklung des Software-Markt verdeutlicht hatten, hoben sie Open Source als „inevitable consequence“ hervor. Allerdings sei auch der Trend weg von Open Source (OS) und hin zum Open Core (OC) erkennbar. Während bei Open Source die Entwicklung und das Testing größtenteils von der Community ausgeht und dies auch schnelle Release-Zyklen zur Folge hat, so ist bei Open Core eine Firma mit kommerziellen Interessen federführend. In diesem Fall ist dann auch nicht mehr die komplette Software quelloffen, sondern nur noch der Core. Die (kommerzielle) Subscription-Lizenzierung beinhaltet dann aber auch den verlässlichen Support und auch die Sicherheit falls es einmal zu Urheberrechtsstreitigkeiten des Quellcodes wegen kommen sollte.

Auch wenn eigentlich fast immer nur die Kostenaspekte als Pro-Argument von Open Source genannt werden, so steckt da doch noch mehr dahinter. Als „Power of Openness“ wurde bezeichnet was Open Source auch ist: viele Beiträge und dementsprechend viel gemeinsame Innovation. Dazu die Flexibilität, die einem „Standardsoftware“ – was für ein dummer Begriff eigentlich, den JEDE und JEDER ist und arbeitet individuell – nicht bieten kann. Und wenn die Software einmal das Feature (noch) nicht bietet, das man gerne hätte, dann bitte nicht der „Geiz ist Geil“-Philosophie verfallen, sondern vielleicht selber mal einen Beitrag zum dem jeweiligen Open-Source-Protest leisten. Wie Jos und Mark sagten: viele Beiträge und dementsprechend viel gemeinsame Innnovation.

Aber Open-Source-Software ist nicht die eierlegende Wollmilchsau und das darf meiner Meinung nach nicht der Anspruch sein. Trozdem wird das gesamte Umfeld zunehmend professioneller obgleich immer noch einige Hausaufgaben auf Anbieter und Community warten:

  • die Performance ist oft noch ausbaufähig
  • mehr Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Anwender
  • Fachliteratur zu diesem Thema, das OSBI-Buch könnte da ein Anfang sein und auch Jos van Dongen hat schon zwei Bücher zu Pentaho geschrieben: Pentaho Solutions und ganz neu Pentaho Kettle Solutions
  • und zuletzt: Consulting, Training und Support

Zusammenfassung

Bei mir ist es meistens ein gutes Zeichen wenn ein Beitrag lang wird. Denn dann hat mir gefallen, über was ich geschrieben habe. Und tatsächlich hat mir die Palo Open 2010 sehr gut gefallen und kann nur eine Empfehlung für die Fortsetzung im nächsten Jahr aussprechen. Aber davor steht ja erst noch das Release von Palo 3.2, Halloween, Advent, Weihnachten, Silvester, Neujahr, Fasching, Frühling, Ostern und und und …. bestimmt auch noch ganz viele neue und interessante Entwicklung im OSBI-Bereich.

Tags: , , ,

Kommentare zu diesem Beitrag

Bisher wurde noch keine Kommentare abgegeben.
Sie können also die oder der Erste sein.

Jetzt einen neuen Kommentar abgeben



(optional, Ihr Name wird entsprechend verlinkt)