Rückblick: TDWI-Roundtable am 20. September in Frankfurt

Donnerstag, 14. Oktober 2010, 13:07 Uhr

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Wie schnell doch die Zeit vergeht. Schon anderthalb Wochen liegt der TDWI-Roundtable in Frankfurt zurück, endlich komme ich zu einem kurzen Bericht. Thema war – wie in diesem Blog – Open Source Business Intelligence und der Referent berichtete darüber wie ein Zufall seine Firma zum OLAP-Server Palo brachte und sich aus diesem glücklichen Umstand eine Erfolgsgeschichte entwickelte.

Am Anfang stand bei der Versicherung Standard Life nicht das Wort, sondern die Notwendigkeit einer Planungs-Lösung. Da die Planungsfunktion noch ein neues aufkommendes Feature in BI-Anwendungen ist, unterstützte die bisherige Reporting-Anwendung dieses noch nicht. Mit Hilfe eines Beratungshauses machte man sich schließlich auf die Suche noch möglichen Anbietern und hatte alsbald auch ein Liste großer kommerzieller Anbieter zusammen, die in Frage kamen. An dieser Stelle kam der Zufall ins Spiel, als der Referent des Abends – Weißhaupt – in einem Artikel – ich glaube er nannte als Quelle das BI-Spektrum, kann ich aber nicht zu 100 % bestätigen – auf einen OLAP-Server einer kleinen mittelständischen Firma aus Freiburg im Breisgau aufmerksam wurde: Palo. Er entschied sich auch diese Lösung anzuschauen

Klingt ein wenig wie ein modernes Märchen der Gebrüder Grimm. Der Mitarbeiter, der zufällig auf Palo aufmerksam wird und sich dann auch noch gegen den IT-Chef durchsetzen musste, der doch lieber auf eine kommerziellen und bekanntere Lösung gesetzt hätte. Tatsächlich glaube ich aber, dass genau dieses Szenario auch anderorts zutrifft. Mittlerweile mangeltes vielleicht weniger an der Sichtbarkeit von Open-Source-BI-Lösungen, da die Anbieter wie neben Jedox auch beispielsweise Jaspersoft und Pentaho die Marketing-Maschinerie hochgefahren haben. Allerdings ist die Hürde „interne IT“ doch noch sehr hoch und umso höher, je größer das Unternehmen. So identifiziert der aktuelle BI Survey 9 des BARC-Instituts die Unternehmenspolitik auch als das drittgrößte Problem von BI-Lösungen. Wenn schon die gesamte Systemlandschaft aus Microsoft und SAP, dann kann ja schließlich auch die BI- und Planungslösung aus diesem Bereich kommen. Sicherheit und Kompatitbilität sind dann die Totschlag-Argumente gegenüber einer potentiellen BI-Anwendung und bisher ist wahrscheinlich auch noch niemand gefeuert worden, weil er SAP einführen wollte. Wenn eine solche SAP-Einführung schief geht, dann war es eben Pech. Aber die anderen Firmen haben es ja auch auf gleiche Weise versucht. Der mögliche Fehlschlag einer quelloffenen Lösung war aber immer Fall des Eintritts garantiert „vorprogrammiert“ und andersfalls hat man (zähneknirrschend) „noch einmal Glück gehabt“.

Die Ausführungen von Ingo Weißhaupt an diesem Abend waren interessant und zeigten auch, welches Potential in OSBI-Lösungen steckt wenn man sich darauf einlässt. Die Vorteile liegen nicht nur im Preis, aber das ist ein anderes Thema, auf das ich irgendwann einmal eingehen möchte. Gleichzeitig sparte er aber auch nicht mit Kritik, denn es ist nicht alles Gold was glänzt.

Alles in allem also wieder ein gelungener Roundtable, den ich nur weiterempfehlen kann. Mittlerweile findet dieser an 10 unterschiedlichen Orten statt, ist nicht nur kostenlos, sondern im Anschluss gibt es immer noch kleine Snacks und die Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen.

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