Rückblick: TDWI-Roundtable zum Thema Risikomanagement

Dienstag, 01. März 2011, 22:06 Uhr

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Kaum zu glauben wie die Zeit verfliegt. Schon eine Woche ist es her, dass ich in Stuttgart beim TDWI-Roundtable zum Thema „Pragmatisches Risikomanagement in BI-Projekten“ war – trotz Bahnstreik 😉 Hier eine kurze Zusammenfassung zu einem interessanten Abend, der mich geistig noch einmal in meine Vorlesungen rund um das Risikomanagement zurückversetzte.

Der Tenor des Abends war relativ schnell klar: Es gibt ein besonderes Risikomanagement für BI-Projekte. Das Risikomanagement in BI-Projekten ist „klassisches“ Risikomanagement erweitert um die Risiken, welche die Daten(qualität) betreffen.

In guter Vorlesungsmanier führte der Referent Daniel Zboril von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern zunächst in das allgemeine Thema Risikomanagement ein und skizzierte auch die Bedingungen für eine optimales Risikomanagement. Wahrscheinlich werden sich nirgends diese idealtypischen Voraussetzung heerschen, aber einn paar Punkte müssen gegeben sein, damit Risikomanagement funktionieren kann: Risiken müssen zunächst identifiziert werden (evtl. mittels Kreativitätstechniken), um sie anschließend zu analysieren, zu bewerten und letztlich eine Entscheidung darüber treffen, wie mit ihnen umgegangen werden soll. Strategien zum Umgang mit Risiken können sein:

  • Risiko vermeiden
  • Risiko vermindern (durch Nachbesserungen)
  • Risiko verlagern (Risikoabwälzung durch Vertragsgestaltung und/oder Versicherungen)
  • Risiko akzeptieren und Plan für den Fall des Eintritts erstellen

Soweit einmal die grobe Theorie klassischen Risikomanagements. Während damit bereits Risiken in IT-Projekten wie Performance, Bedienbarkeit, Verfügbarkeit, Sicherheit sowie Wartbarkeit abgedeckt sind, kommen in Business-Intelligence-Projekten noch einmal BI-spezifische Risiken hinzu, die da wären:

  • Datenverfügbarkeit
  • Datenqualität
  • Implizites Wissen, Kopfmodelle
  • Zusammenhänge zwischen Daten
  • Nachvollziehbarkeit, Governance

Diese Risiken, die sich im Wesentlichen um die Daten drehen, müssen unbedingt beachtet werden. Die Datenverfügbarkeit meint dabei zunächst einmal ob die Daten überhaupt in einem Format vorhanden sind, um das geplante Ziel umzusetzen. Außerdem ist darunter auch zu verstehen, dass diese Daten auch zum richtigen Zeitpunkt abrufbar sind, was sich durch SLAs (Service Level Agreements) sicherstellen lässt.

Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt ist das Thema Datenqualität. Nicht nur weil ich gerade das sehr empfehlenswerte Buch Datenqualität erfolgreich steuern lese, sondern weil ich auch immer wieder in der täglichen Arbeit dafür kämpfe. Gemäß dem Motto „Garbage in, Garbage out“ können alle Auswertungen nur maximal so gut sein wie die ihr zugrunde liegenden Daten. Ich werde mich diesem Thema bald auch intensiver in diesem Blog widmen.

Die anderen Punkte sind klassische Punkte, die eine gute Dokumentation abdecken muss. Die Bedeutung und Zusammenhänge zwischen den Daten muss klar dokumentiert sein damit es später aufgrund von Unklarheiten zu Fehlern kommt, die vielleicht erst sehr spät erkannt werden oder auch nur schwer nachvollziehbar sind weil sie nur in bestimmten Kombinationen auftreten. Auch wenn Dokumentation von vielen gehasst nicht gemocht wird, wir kommen nicht darum. Um hier aber nicht ein neues Problem mit Unklarheiten einzubauen sollte hier aber auch immer gelten: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Fazit

Insgesamt wieder ein gelungener Roundtable des TDWI, für dessen Teilnahme ich die Bahnkosten nicht bereut habe (und trotz Bahnstreik war ich auch quasi pünktlich). Deshalb wiederhole ich mich gerne in der Empfehlung dieser kostenlosen Veranstaltungen an mittlerweile über 10 Orten. Man kann neben der kostenlosen Verpflegung eigentlich immer interessantes Wissen und anregende Gespräche mitnehmen. Meine Fortsetzung folgt im Übrigen am 10. März in Frankfurt, Thema dann: Green BI.

Und auch eine interessante Internetseite mit kleines Cartoons rund um Computer, Programmieren und Internet konnte ich den zahlreichen Abbildungen entnehmen. Kennen Sie schon Geek And Poke?

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