TDWI-Konferenz 2011 – Tag 2

Freitag, 10. Juni 2011, 21:37 Uhr

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Auch der zweite Konferenztag im Rahmen der TDWI-Konferenz 2011 sorgte wieder für sehr viel Input. Hier eine kurze Zusammenfassung, einige Themen werde ich in den kommenden Tagen und Wochen noch in separaten Blog-Artikeln aufbereiten.

Der zweite Tag der TDWI-Konferenz 2011 in München startete mit der Keynote von Carsten Bange, Geschäftsführer des BARC-Instituts in Würzburg. Er präsentierte im Wesentlichen Ergebnisse des BI Surveys 9 sowie des Data Warehouse Survey 2011 (wird in Kürze kostenlos veröffentlicht). Beide Male war das Thema Datenqualität das größte „Sorgenkind“ von BI-Projekten. Bange betonte, dass die Sicherstellung von Datenqualität kein Stand-alone-Thema innerhalb der Datenintegration ist, sondern über den gesamten Daten-Lebenszyklus betrachtet werden muss. Recht hat er!

Darüber hinaus wurde der 45-minütige Vortrag ein Sprint über viele Buzzwords und Themen, die aktuell die BI-Branche beschäftigen: Performance, Umgang mit großen Datenmengen, Zugriff auf unstrukturierte Daten, Skalierbarkeit und auch die Notwendigkeit den Endanwender und dessen Sicht auf ein BI-System nicht zu „vergessen“. Eng damit verbunden ist auch das Thema „Self-Service-BI“. Nicht immer aber oftmals wollen die Endanwender die Datenanalyse mehr und mehr selber in die Hand nehmen. Sicherlich auch ein Grund, in dem sich der Erfolg der BI-Software QlikView begründet. Und natürlich durfte eines nicht fehlen: Agile BI.


Agile BI ausführlich betrachtet

Ich habe mal nachgezählt. Insgesamt führten 9 Vorträge das Wort „agil“ im Titel, leider oft ohne wirklich darauf einzugehen. Deshalb fand ich den Vortrag von Tom Gansor – u.a. Autor des Fachbuches Von der Strategie bis zum Business Intelligence Competency Centers – und Arno Tigges trotz seines Grundlagen-Charakters im Anschluss sehr gut. Agile Projekte sind trotz ihrer Vorteile immer noch die absolute Minderheit. In Softwareentwicklungsprojekten haben sich agile Entwicklungsmethoden bereits etabliert, nur im BI-Bereich haben sie offensichtlich noch Seltenheitswert. Hier stellt sich die Frage nach dem Warum zumal es viele Gründe dafür gibt, die Entwicklung eines BI-Systems agil und damit flexibel aufzuziehen. Zu oft sind die genauen Anforderungen nicht klar oder ändern sich aufgrund externer Einflüsse im Projektverlauf. Klassische Methoden erlauben hier kaum noch Änderungen, schließlich sind die Anforderungen in diversen Dokumenten quasi in Stein gemeißelt, das Projektbudget und der –zeitplan verabschiedet.

Agile Methodenließen auch in laufenden Projekten noch flexible Reaktion auf neue respektive sich ändernde Anforderungen zu. Dies bedingt aber eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich und den späteren Anwendern sowie die IT und der Entwicklung. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass hier die Hürden teilweise noch sehr hoch sind. Zum Nachteil des Projekts und dessen Nutzen. Agile BI setzt aber nicht nur ein Umdenken in den Köpfen aller Beteiligten voraus, auch die IT-Umgebung muss flexibler werden. Außerdem ist dann nicht mehr genau vorhersag, welche Funktionen in 2 Jahren vorhanden sein werden oder wie lange und wie teuer ein BI-Projekt werden wird. Das kollidiert natürlich gerade in großen (durchbürokratisierten) Unternehmen  mit der gängigen Ausschreibungstaktik. Viel Überzeugungsarbeit wartet hier vor allem auf die Consulting-Unternehmen und mal schauen ob „Agile BI“ im kommenden Jahr immer noch Wunschdenken ist oder sich ein wenig mehr etabliert hat.


Jedox Palo mit dem GPU-Turbo auf der Überholspur

In der Mittagspause präsentierte Jedox die GPU-Unterstützung – nach der heutigen Pressemeldung nunmehr unter der Bezeichnung „Palo Accelarator“ – und auch die iPad App. Damit entwickelt sich Palo kontinuierlich weiter und bedient zwei aktuelle Themen: Performance und Mobile BI. Performance war schon immer wichtig (siehe BI-Surveys der letzten Jahre) und verliert aufgrund der kontinuierlich steigenden Komplexität und den explodierenden Datenmengen sicherlich kaum an Bedeutung. Die In-Memory-Technologie hat sich als ein Ansatz etabliert damit umzugehen und viele Anbieter sind auf diesen Zug bereits aufgesprungen. Jedox ist aber der erste Anbieter im BI-Bereich weltweit, der nun mit der GPU-Technik noch ein wenig weiter geht und noch einen weiteren Performance-Turbo zündet. Wer es sich selber am Jedox Stand mal angeschaut hat, der wird sicher zustimmen wenn ich jetzt sage, dass die Analysegeschwindigkeit der GPUs sprichwörtliche atemberaubend ist. Im Bereich Mobile BI ist Palo nicht alleine, denn auch viele Anbieter wie Jaspersoft , Cubeware, Microstrategy präsentieren auf der TDWI-Konferenz entsprechende Lösung um dem Mobilitäts-Trend gerecht zu werden.


CEO Dinner bei Jaspersoft

Nach der Abendveranstaltung am 1. Tag war auch am Dienstag wieder Networking in entspannter Runde angesagt. Der OSBI-Anbieter Jaspersoft hatte zum CEO Dinner in den Gewölbekeller des Bayrischen Hofs geladen. Neben einem 3-Gänge-Menü präsentierte Jaspersoft-Gründer Brian Gentile seine Vision von den anstehenden Entwicklung in der Business Intelligence und stellt anschaulich auch den „Ease of Use“ – also die einfache und intuitive Bedienung – als eine der kommenden Herausforderungen dar. Schwer zu sagen, ob man das pauschalisieren kann, aber mindestens in einzelnen Fällen ist es definitiv korrekt, dass Endanwender mehr selber machen wollen, sich individuelle… Und hier ist Jaspersoft mit ihrer BI Suite sicherlich gut aufgestellt. Danke für den Abend und wenn die Nacht dadurch kürzer war als erhofft 😉

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