Rückblick auf den 3. Workshop OSBI

Donnerstag, 22. März 2012, 23:48 Uhr

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Am 1. März 2012 fand zum 3. Mal der Workshop Open Source Business Intelligence (OSBI) in Karlsruhe statt. Der erste Teil der Veranstaltung beschäftigte sich mit dem Thema „Agile BI“ bevor praktische Anwendungen aus der Praxis vorgestellt wurden, die Pentaho, Palo oder Jaspersoft verwenden. Nach dem Mittagessen schaffte es doch Dr. Ingo Mierswa das Mittagstief mit seinem lebendigen und kurzweiligen Vortrag zum Thema Data Mining das Mittagstief zu überbrücken und ein ansonsten eher trockenes Thema an die über 50 Teilnehmer zu richten. Der vorletzte Votrag beschäftigte sich schließlich mit Aktienrisiken und warum auch bei diesem Thema (Open-Source-)NoSQL-Techniken wichtig sind bevor der Workshop-Tag mit der Podiumsdiskussion „Microsoft vs. Open Source Business Intelligence“ zu Ende ging. Durchweg ein sehr interessanter Workshop-Tag.

Knapp 50 TeilnehmerInnnen in einem sehr gut gefüllten Lehrsaal an der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Hochschule Karlsruhe erwartete beim nunmehr 3. Workshop OSBI ein interessantes Programm. Lieber spät als nie schaffe ich es nun endlich auch eine Zusammenfassung dieses interessanten Tages zu veröffentlichen. Ich hoffe auf jeden Fall auf eine Fortsetzung.

Der Hype „Agile BI“ hatten auch den OSBI-Workshop erreicht

Mit der Keynote von Tom Gansor – u.a. bekannt durch das Fachbuch Business Intelligence Competency Center – war das Hype-Thema „Agile BI“ auch auf dem 3. Workshop OSBI angekommen. Seine Eingangsfrage an das Aditorium offenbarte, dass agile Entwicklungsmethoden in BI-Projekten zumindest unter den Teilnehmern des Workshops noch so gut wie gar nicht eingesetzt werden und das obwohl die Zufriedenheit mit dem Projektverläufen allenfalls mittelprächtig ist. Hier gibt es also noch großes Verbesserungspotential zumal die Software-Entwicklung schon lange bewiesen hat, dass agile Methoden funktionieren. Und irgendwo sind BI-Projekte ja auch Software-Projekte…

„Agile BI“ ist definitiv eine Möglichkeit, der (wachsenden?) Unzufriedenheit in BI-Projekten zu begegnen, die sich wiederum auf die immer weiter steigende Komplexität zurückführen lässt: Das Vertrauen in die BI-Infrastruktur sinkt, das Risiko von Fehlern wird trotz eines immer größeren Testaufwands und der damit verbundenen abnehmenden Entwicklungsgeschwindigkeit immer höher und Fehler werden auch immer häufiger immer später erkannt. Genau hier will die im BI-Bereich noch relativ neue Methodik angreifen, nachdem sie sich im Bereich der Softwareentwicklung bereits bewährt hat.

Allerdings ist auch „Agile BI“ keine eierlegende Wollmilchsau und für jedes Projekt sinnvoll. Aber insbesondere in reinen Fach- sowie klassischen BI-Projekten mit oftmals zu Beginn noch unvollständigen Spezifikationen oder sehr volatilen Rahmenbedingungen sind schnelle erste Ergebnisse sinnvoll, um beispielsweise Konzeptionsfehler frühzeitig entdecken und kontrolliert gegensteuern zu können. Auch agile Projekte sind planbar, allerdings mehr verteilt als en bloc. Trotz aller Vorteile ist auch „Agile BI“ nicht frei von Schwächen und Nachteilen. So können beispielsweise neue Anforderungen dazu führen, dass das vorhandene Datenmodell nicht mehr angemessen ist und komplett oder zumindest in großen Teilen um gebaut werden muss. Zudem sind agile Projekte nicht unbedingt schneller, aber das Ergebnis ist letztendlich das was man will. Auch das Testen wir komplizierter da ausgeschlossen werden muss, dass eine der neuen Änderungen Nebenwirkungen auf die bisherigen Funktionen haben.

An diesem Punkt schloss sich nahtlos der nächste Vortrag von Opitz Consulting an, die ihr eigens entwickeltes Test-Framework vorstellten. Auch hier stand wieder die Software-Entwicklung Pate, wo die sog. Continuous Integration bereits etabliert ist. Dabei wird vor dem Schreiben einen neuer Funktion festgelegt, welches Verhalten diese bei bestimmten Eingangsparametern an den Tag legen soll. Diese Test werden dann quasi ununterbrochen ausgeführt, um schnellstmöglich zu sehen ob eine Änderung (an anderer Stelle) das designierte Verhalten verändert hat. Dieses automatisierte proaktive Testen kann nachgelagerte ressourcenraubende Regressionstest zwar nicht komplett ersetzen, aber doch sehr vereinfachen. Ein interessanter Ansatz, den das Beratungsunternehmen da fährt. Allerdings muss immer auch der Kunde überzeugt werden weil das Test-Framework auf dem System des Kunden installiert werden muss.

Egal ob es ein um Testframework im Sinne eines Continuous-Integration-Ansatzes oder „Agile BI“ gibt, es bleibt zu hoffen, dass sich vor allem auch die Kunden darauf einlassen und die Vorteile sehen. Ich würde gerne mal in einem agilen Projekt arbeiten weil ich mir der Vorteile bewusst bin und denke, dass dies der bessere Ansatz gegenüber dem dennoch weit verbreiteten Wasserfallmodell mir sehr hohem vorgelagerten Planungsaufwand ist.

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  1. Der Hype
  2. OSBI-Lösungen in der Praxis am Vormittag
  3. Kurzweile und tiefgründiges Fachwissen am Nachmittag
  4. Podiumsdiskussion zum Abschluss: Microsoft vs. Open Source
  5. Kompletten Artikel auf einer Seite anzeigen

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