Open Source – Love it, change it, leave it

Freitag, 01. Juni 2012, 18:54 Uhr

Noch keine Kommentare

Die Aussage „Love it, change it, leave it“ kennt wohl jeder von uns. Normalerweise geht es dabei normalerweise um die Tätigkeit, mit dem wir alle unser täglich Brot verdienen. Man soll sich einen Job suchen, der einem Spaß macht und den man sprichwörtlich lieben kann. Wenn dem nicht (mehr) so ist, dann muss man dies nicht einfach so akzeptieren, sondern sollte versuchen, diese Situation zu verbessern. Ist dies nicht möglich, dann wird es höchste Zeit, sich einen neuen Job zu suchen. Übertragen auf den Open-Source Ansatz bedeutet dieses „Love it, change it, leave it“ einen großen Vorteil gegenüber proprietärer Closed-Source-Software.

Wenn es darum geht, dass sich potentielle Software vor dem Kauf auf Leib und Nieren testen lässt, halten sich die Unterschiede zwischen Open-Source-Software und vergleichbarer Software, bei welcher der Quellcode nicht frei verfügbar ist, in vielen Fällen sogar in Grenzen. Die Anbieter haben erkannt, dass kein (Neu-)Kunde gerne die Katze im Sack kauft, um hinterher festzustellen, sich für die falsche Software entschieden und viel Geld in der Sand gesetzt zu haben. Teststellungen sind also im Interesse jedes Anbieters und sollten auch als Kunde immer eingefordert werden. Widerstrebt sich ein Anbieter dagegen, so würde ich schon anfangen zu zweifeln, denn wer von seiner Software überzeugt ist, der braucht sich hier auch nicht zu verstecken.

Kommt man aber im Rahmen einer solchen Teststellung an Grenzen und stellt fest, dass die Software nicht zu 100 % so funktioniert wie man es gerne hätte, so hat man bei Open-Source-Software – die entsprechenden Programmierkenntnisse oder alternativ einen entsprechenden Dienstleiter vorausgesetzt – aber die Möglichkeit, die Software den eigenen Vorstellungen entsprechend anzupassen. Um das Sprichwort von Anfang des Artikels noch einmal aufzugreifen, hat man also die Möglichkeit etwas zu verändern („change it“) wenn man die Software nicht so ohne Weiteres „lieben“ kann. Diese theoretische Möglichkeit, die Software nach Belieben an die eigenen Vorstellungen und Anforderungen anpassen zu können, schließt natürlich nicht aus, dass sich die Software letztlich doch als unpassend erweist und dementsprechend die Entscheidung doch für eine Alternative ausfällt („leave it“). Dies kann beispielsweise der Fall sein wenn das Gap zwischen den Anforderungen respektive Vorstellungen und dem tatsächlichen Leistunsgumfang zu groß ist, als dass es sich dies zeitlich und/oder finanziell auch lohnen würde.

Der entscheidende Punkt ist aber, dass es die Möglichkeit selber korrektiv oder ergänzend einzugreifen bei Open-Source-Software überhaupt gibt und man damit die drei Schritte „Love it, change it, leave it“ auch wirklich durchlaufen kann. Bei Software ohne Zugriff auf den Quellcode gibt es eigenlich nur die binäre Entscheidung zwischen „passt“ bzw. „love it“ und „passt nicht“ bzw. „leave it“. In der Praxis sieht es natürlich oftmals so aus, dass es einfach passend gemacht wird und sich nicht die Software an die Anforderungen, sondern die Anforderungen an die Software anpassen. Aber das sollte eigentlich keine Alternative sein… (ist aber leider viel zu oft Realtität)

Kürzlich habe ich auch einen sehr interessanten Artikel gelesen, der in eine ähnliche Richtung zielt: The day my mind became open sourced von Phil Shapiro. Der Autor erzählt darin von einem Erlebnis aus der Kindheit – ob dies tatsächlich so geschah oder fiktiv ist sei jetzt mal dahingestellt – bei dem sein Freund einfach die Regeln eines Spiel abgeändert hat. Denn wer zwingt uns denn ein Spiel exakt so zu spielen wie es in der Spielanleitung steht? Niemand. Und wer zwingt uns denn eine Software exakt so zu benutzen wie es sich Produktmanager oder Programmierer ausgedacht haben? Bei Software ohne offengelegten Quellcode ist dies der Hersteller, wenn der Quellcode aber frei verfügbar ist existiert dieser Zwang nicht.

Durch die Möglichkeit des „Change it“ bei Open-Source-Software gibt es also einen weietren schönen Vorteil, der Flexibilität und Freiheit verspricht und auch viel Geld sparen kann.

Tags: , ,

Kommentare zu diesem Beitrag

Bisher wurde noch keine Kommentare abgegeben.
Sie können also die oder der Erste sein.

Jetzt einen neuen Kommentar abgeben



(optional, Ihr Name wird entsprechend verlinkt)