TWDI-Roundtable zum Thema „Agile BI“ in Stuttgart

Donnerstag, 19. Juli 2012, 10:45 Uhr

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Unabhängig davon ob man Open-Source- oder proprietäre Software im Business-Intelligence-Projekt einsetzt muss man sich Gedanken zum Projektvorgehen machen. Das Wasserfallmodell ist damit in der Praxis noch oft zu beobachten obwohl die Softwareentwicklung schon lange gezeigt hat, dass agile Vorgehensmodelle funktionieren. Auch wenn sich klassische Software-Projekte und BI-Projekte in vielen Punkten ähneln, lassen sich Methoden und Best Practices nicht 1:1 übertragen. Auf der TDWI-Konferenz hat deshalb eine Arbeitsgruppe des TDWI die Arbeit aufgenommen, um zu arbeiten was „Agile BI“ bedeutet. Eine Präsentation der Zwischenergebnisse gibt es am 26. Juli 2012 beim Roundtable in Stuttgart.

Immer wieder wird in Umfragen oder auch im BI Survey die Unzufriedenheit mit dem Verlauf von BI-Projekten deutlich und immer wieder stellt sich nach Projektende heraus, dass die anvisierten Ziele nicht oder nur teilweise erreicht wurden. Grund hierfür sind oft lange Projektlaufzeiten in Kombination mit volatilen Rahmenbedingungen.

Aus eigener Erfahrung kann ich von Projekten mit langen Planungsphasen berichten, der resultierende Projektplan erwies sich trotzdem schnell als unrealistisch:

  • einige Teile des Projekts wurden teurer als erwartet
  • neue Anforderungen mussten integriert werden
  • der Risikopuffer auch ruck-zuck aufgebraucht

Als logische Konsequenz beginnt dann die Reduzierung des Scopes oder das Schieben von Arbeitspaketen. In einer „perfekten“ Welt könnte man nun den schwarzen Peter den Planern zuschieben aber die Welt ist nunmal nicht perfekt und auch wenn die Planer ihr Bestes gegeben haben, tritt die beschriebene Situation früher und später doch ein. Mit gutem Projektmanagement lassen sich die Schwierigkeiten vielleicht noch meistern, dabei werden allerdings nur die Symptone und nicht die Gründe behandelt.


Agile Entwicklungsmethoden als Lösung?!

Bei  agilen Entwicklungsmethoden akzeptiert man von vorne herein, dass sich die Rahmenbedingungen, der Scope und auch die Priorisierung laufend ändern. Eines der wichtigsten Merkmale solcher Methoden wie beispielsweise Kanban oder Scrum sind kurze Entwicklungszyklen mit einem klar definierten Scope – einem Bruchteil des Gesamtumfangs des Projekt – und regelmäßige (kleine) Rollouts zum Ende eines jedes Entwicklungszyklus‘. Die Vorteile  gegenüber dem „klassischen“ Ansatz sind damit

  • kleinere übersichtlichere und leichter zu testende Pakete,
  • schnellere Rollouts und daraus resultierend die schnellere produktive Nutzung erster neuer Features sowie
  • die Möglichkeit am Ende jeden Zyklus‘ korrektiv eingreifen oder umpriorisieren zu können.

Letzteres ist wichtig, da im Projektverlauf neue Probleme und/oder Anforderungen auftauchen können, die in der Planungsphase nicht gesehen wurden oder sich die Rahmenbedingungen derart stark ändern, dass die ursprüngliche Planung nicht mehr stimmig ist und in die falsche Richtung gehen würde.

Natürlich kann man auch bei agilen Entwicklungsmethoden Nachteile finden. So ist etwa ein gewisser Overhead nicht zu leugnen. Auch dauern viele kleine Rollouts tendenziell in Summe länger als ein großer. Und es kann etwas kompliziert sein große Arbeitspakete derart zu zerteilen, dass Sie in einen kurzen Entwicklungszyklus passen. Da nach jedem Entwicklungszyklus korrektiv eingegriffen werden kann ist auch zu Projektbeginn das Ziel nicht exakt definiert, was innerhalb des Projekts auch ein gewisses Vertrauen zwischen dem Auftraggeber und dem Projektteam bedingt.

Trotzdem überwiegen zumindest theoretisch aus meiner Sicht die Vorteile und Chancen. Bildlich kann man agile Entwicklungsmethoden vielleicht wie eine kleine und wendige Yacht sehen während übliche BI-Projekte eher großen Tankern ähneln, deren Richtung sich nur mit großen Anstrengungen korrigieren lassen wenn sie mal Fahrt aufgenommen haben.


TDWI-Arbeitskreis „Agile BI“ präsentiert Ergebnisse

Soweit mal in aller Kürze. Wer sich mit agilen Entwicklungsmethoden auskennt sieht es mir bitte nach, dass ich relativ stark abstrahiert habe. Wer agile Entwicklungsmethoden noch nicht kannte, hat hoffentlich einen guten ersten Überblick bekommen. Fakt ist, dass sich derartige Methoden in der Softwareentwicklung bereits etabliert und bewiesen haben. Im BI-Bereich ist die Adaption allerdings noch nicht weit fortgeschritten. Das war mit ein Grund für die Gründung des Arbeitskreises „Agile BI“ auf der TDWI-Konferenz 2011. Nach mehr als einem Jahr werden erste Teilergebnisse nun auf dem Stuttgarter TDWI-Roundtable präsentiert. Da ich der Meinung bin, das „Agile BI“ genau der richtige Weg für einen Großteil der BI-Projekte ist, habe ich mich schon mal angemeldet und werde kommende Woche in die Landeshauptstadt kommen. Und anschließend natürlich auch hier im OSBI-Blog darüber berichten.

Der TDWI-Roundtable findet am Donnerstag, 26. Juli im Turmforum direkt am Stuttgarter Hauptbahnhof statt. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos und zum Netzwerken im Anschluss an den Roundtable werden kleine Snacks und Getränke gereicht. Die Anmeldung zum TDWI-Roundtable Stuttgart ist über die Homepage des TDWI möglich.

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