Was Wasser mit Big Data zu tun hat

Freitag, 07. Juni 2013, 18:39 Uhr

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Die aktuellen Schlagzeilen in den Medien sind bestimmt vom Rekord-Hochwasser in Ost- und Süddeutschland. Die Menschen und die Schutzmaßnahmen haben den Wassermassen vielerort nichts mehr entgegenzusetzen und drohen darin zu ertrinken. Den Betroffenen kann man nur wünschen, dass sie durchhalten, dass sich die Lage schnell entspannt und dass sie rasch Hilfe und Unterstützung erhalten. Was aber hat diese bedauernswerte Naturereignis nun mit Business Intelligence und speziell mit Big Data zu tun? Ich denke, das was die Menschen in den betroffenen Gebieten gerade mit dem Wasser leidvoll erfahren, ist auch ein Risiko von Big Data: Wir drohen in den Datenmengen zu ertrinken.

Am 4. Juni konnte ich zumindest für ein paar Stunden auf der Talend Connect 2013 in Frankfurt anwesend sein. Auf dieser Kunden- und Community-Veranstaltung stand (natürlich) auch das Thema „Big Data“ sehr im Vordergrund. In der Begrüßung hieß es sinngemäß:

Mit Big Data ist wie ein Meer an Daten – wir dürfen nicht darin ertrinken, sondern müssen lernen, darauf zu surfen.

Sicherlich ist es so, dass ein ungemeines Potential in den großen Datenmengen, den semi- bis unstrukturierten Daten steckt und der gesamte Mikrokosmos rund um Apache Hadoop bietet nun auch die noch vor einigen Jahren unvorstellbare Möglichkeiten, diese Datenmengen nutzbar zu machen. Aber alleine die technischen Möglichkeiten bringen uns ebenso wie das Vorhandensein von immer mehr Daten noch keinen Schritt weiter. Oder um es noch einmal bildlich und mit Bezug auf das eingangs erwähnte Zitat zu sagen: allein durch das Surfbrett ist noch niemand zum Surfer geworden.

Genauso wie der angehende Surfer sich zunächst einmal an das Surfbrett gewöhnen muss und kleine Schritte in ruhigen Gewässern macht, so sollte man sich auch an das Thema Big Data wagen. Die allerwichtigste Frage, die sogar noch vor dem Verständnis der Technik kommt, muss lauten: Was wollen mit Big Data erreichen? Welche Problemstellungen wollen mit mit den neuen Möglichkeiten nutzen? Ganz klar definierte Fragestellungenn und/oder Kennzahlen sind der essentielle Ausgangspunkt.

Die schönsten Daten und die größten Datenmengen sind nutzlos wenn ich nicht weiß welchen neuen Informationen für welchen Zweck ich daraus ableiten will. Vielleicht zeigt sich schon an dieser Stelle, dass bestimmte Daten gar nicht angezapft werden müssen weil es eigentlich keinen konkreten Nutzen gibt. In diesem Fall muss die „Sammler und Jäger“-Mentalität abgelegt werden, um nicht schnell als Messi zu enden und in den Daten zu ertrinken.

Sobald das Ziel klar ist können die dafür nötigen Daten identifiziert werden. Und erst wenn jetzt klar ist, dass die Nutzung von „Big Data“ – also Daten, die aufgrund ihrer Masse und/oder ihrer Unstrukturiertheit auch wirklich so bezeichnet werden können – dafür nötig ist, kann es an die Auswahl der Werkzeuge und ersten Schritten gehen.


Fazit

Big Data allein ist kein Allheilmittel sondern kann auch schnell vom Segen zum Fluch werden wenn wir nicht lernen damit umzugehen. Wir müssen lernen zu selektieren und damit mit den großen Datenmengen umzugehen anstatt in ihnen zu ertrinken.

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